Segways & Selfiesticks – Das Paris Tschechiens

„Hier war mein Gymnasium, dort in dem Gebäude, das herübersieht, die Universität und ein Stückchen weiter links hin mein Büro. In diesem kleinen Kreis“ – und mit seinem Finger zog er ein paar kleine Kreise – „ist mein ganzes Leben eingeschlossen.“

Franz Kafka

Fast zwei Monate hatte ich Zeit, mich auf diesen Trip zu freuen. In zweierlei Hinsicht war es nämlich eine Jungfernfahrt für mich. Erstens war es das erste Mal, dass ich ohne meine Eltern oder die Schule ins Ausland gefahren bin, zweitens war es das erste Mal, dass ich mit meinem Freund ein paar Tage weg war.

Die Tatsache, dass wir beide bereits in Prag waren, machte vieles einfacher. Wir wussten in etwa, zu welcher Bahnstation wir mussten, um in die Altstadt zu gelangen und gute, nicht zu teure Locations zum Essen kannten wir auch.

Bei mir war es knappe 2 1/2 Jahre her, dass ich dort war, bei Alex etwa fünf. Die Sache, die uns sofort ins Auge fiel und zumindest bei mir wurden sämtliche Alarmglocken ausgelöst alleine durch die Anwesenheit gefühlter Tausende von Segways, die überall in der Stadt rumfuhren. Aber die Segways an sich waren nicht das schlimme. Die Leute auf ihnen drauf, die keine Ahnung haben, wie man lenkt, bremst oder langsamer fährt, stellen eine ernsthafte Bedrohung dar, besonders zu den Stoßzeiten. Zu jeder vollen Stunde, weil dann die Astronomische Uhr ihr Glockenspiel spielt – ein Riesenspektakel um vielleicht 30 Sekunden Action, in der die zwölf Apostel am Fenster vorbeifahren durch ein mechanisches Irgendwas. Und mittendrin diese Segways. Furchtbar.

Die Rolltreppen sind nach wie vor ein Highlight – also die zur Metro nach unten. Die Gesteinsschichten liegen nämlich unter der Stadt irgendwie so, dass die U-Bahn-Tunnel ganz schön tief unten gebaut werden mussten. Die Rolltreppen sind entsprechend tief, steil und unheimlich schnell. Ich will gar nicht wissen, wie viele Touris sich jeden Tag irgendwas brechen, weil sie die Geschwindigkeit maßlos unterschätzen.

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Asiatische Reisegruppen sind natürlich auch überall vertreten. Vorzugsweise mit Selfiesticks oder Segways oder auch beidem zusammen und gleichzeitig (AAAAARGHHHH!). Sie sind die coolsten, wenn sie cruisen, wenn sie durch die City düsen. Ja. Genau.

Das Phänomen Selfiestick ist ja auch genauso wie Big Brother oder Dschungelcamp, alle finden’s scheiße, aber heimlich findet man es doch ganz amüsant und legt sich so eine Armverlängerung zu. Ich meine, praktisch sind die schon. Man kann größere Gruppen fotografieren und vielleicht auch noch ein bisschen Hintergrund bei seinem Twofie haben, wenn man möchte.

Prag ist eine krasse Touristenstadt. Wir haben vor allem Deutsche gesehen und gehört. Es waren wirklich unfassbar viele. Aber die allermeisten der Touristen, eine gefühlte Million, tummelt sich auf der Karlsbrücke. Tagsüber kann man kaum drüber gehen, so voll ist es, man wird fast über den Haufen gerannt.

Bier ist ziemlich billig, aber auch echt gut. Meistens gibt es Pilsner Urquell, ab und zu auch Bier von kleineren lokalen Brauereien.

Hier eine kurze Zusammenfassung, was man in Prag machen sollte:
– Prager Burg mit Goldenem Gässchen (die Nummer 21 ist Kafkas Geburtshaus)

– Jüdisches Museum (die Altneusynagoge kostet horrenden Extraeintritt, für die Herren lohnt sich das, für die Damen eher weniger)

– Kafka-Museum

– Karls-Brücke

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– Bier trinken

– Aufgepasst vor Touristenfallen, direkt am Platz mit der astronomischen Uhr ist Essen und Trinken viel zu teuer

– Knödel und Gulasch essen, generell ist die Böhmische Küche unheimlich geil und empfehlenswert

– Wenzelsplatz, Richtung Bahnstation Mustek laufen = Einkaufsstraße mit ganz coolen Stores

Man kommt übrigens echt gut mit dem Fernbus nach Prag, das ist nicht ganz so teuer und auch halbwegs bequem.

So, ich könnte an dieser Stelle noch viel mehr erzählen, aber ich möchte ja kein Tagebuch führen à la „Heute haben wir x gemacht, morgen wollen wir y machen. Und das war funny und das war langweilig.“ Nee, ich wollte euch nur einen kleinen Einblick in den Urlaub und die Stadt geben, um vielleicht euer Interesse zu wecken. Besonders für Studenten eignet sich die Stadt, da man auch echt gut und preiswert übernachten kann.

Mein nächste Post wird endlich mein schon lange geplanter Outfit-Post sein. Ihr könnt euch freuen, es wird frühlingshaft!

To be continued…

Joanna

PS: Fahrt nach Prag, wenn es etwas wärmer wird, so im April/Mai, oder wieder etwas kälter September/Oktober, sonst ist es entweder zu kalt (der Wind fegt ziemlich krass von der Moldau her und meine Sonnenbrille habe ich durch Ohrwärmer ersetzt :D) oder so warm, dass man eingeht.

 

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2 Kommentare zu „Segways & Selfiesticks – Das Paris Tschechiens

  1. Du machst mir sooo Lust auf Prag – praktischerweise habe ich auch noch ein Hotelgutschein für ein Wochenende in Prag übrig! Deinen Rat werde ich dann befolgen – schätzungsweise werd ich Prag dann im Spätsommer endlich mal sehen. 🙂 Und das Foto von dir ist richtig, richtig schön! Du solltest auch mal einen Guide zu Israel machen – wenn das nicht den Rahmen sprengt :> Küsse nach Düsseldorf (oder in die Heimat?!) aus Istanbul :*

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    1. Danke dir du Süße. Ja, ich denke, das werd ich auch bald mal machen. Nach Düsseldorf. Sitze grade in der Uni beim Seminar „Programmieren für PhilosophInnen“ 😀 ich freu mich schon dich wiederzusehen *.* und danke für das liebe liebe Kompliment!

      Gefällt 1 Person

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