Von der Leseratte zum Stapel der ungelesenen Bücher – Wie ich versuche, mehr zu lesen

Das hier wird ein knallharter und ernster Post. Spaß beiseite. Es geht um ein Thema, das mir wirklich sehr am Herzen liegt und das sind Bücher. Aber mal von Anfang an. Ich hatte mal zwei Freundinnen, die wahrscheinlich in ihrem Leben drei oder vier Bücher außerhalb der Schule gelesen haben. Das konnte ich ja gar nicht verstehen. Jede freie Minute habe ich als Kind mit Lesen verbracht. Die Harry Potter Reihe und Twilight habe ich in wenigen Tagen nur so verschlungen. Doch irgendwann ist tatsächlich was dazwischen gekommen. Ein kleines Etwas namens „Wissenschaftliche Literatur“. *kotzwürg*

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Wissenschaftliche Literatur oder auch Sachliteratur im Allgemeinen zeichnet sich ja vor allem durch eines aus, einen hohen Informationsgehalt. Und der ist meistens nicht in Romanform verpackt sondern in langweilige und sprachlich vertrackte Essays. Es gibt auch spannende wissenschaftliche Literatur, aber besonders wenn es wirklich tief in die Materie geht und dann am besten noch auf Englisch ist, braucht man auch mal zehn Minuten für eine läppische Seite. Dass danach keiner mehr große Lust hat, seine Augen noch weiter mit Buchstaben zu quälen, ist auch irgendwie nachvollziehbar.

Aber was macht man denn als Alternative? Serien auf Netflix gucken oder auf Facebook rumsurfen und sich Videos von leckeren Rezepten anschauen, die man eh nie kochen wird. Die Augen werden dabei genauso beansprucht, daran kann es also schonmal nicht liegen.

Ich weiß noch, dass ich damals absolutes Unverständnis für meine Freundinnen aufgebracht habe und jetzt? Jetzt bin ich genauso. Hänge lieber am Laptop, lese nichtmal mehr irgendwelche Fanfictions auf Wattpad. Wenn es hochkommt, lese ich mal ein paar Blog-Einträge am Tag, aber außer für Hausarbeiten lese ich nicht mehr viel.

Ich glaube, dass Lesen für mein Gehirn mittlerweile sehr viel mit Stress und Arbeit verbunden ist. Selbst wenn ich es mir vornehme zu lesen, fängt mein Gehirn an, mir zu sagen, dass das viel zu anstrengend ist, auch wenn es nur Belletristik ist und Trivialliteratur wie Harry Potter oder Percy Jackson, was ja jetzt beides nicht die komplizierteste Sprache hat und in der kleinsten Serifenschrift geschrieben ist.

Nachdem ich ja vor ein paar Wochen mit meinem Bullet-Journal angefangen habe, hat die liebe Carolin mich dazu gebracht, vielleicht tatsächlich mal ein Book-Journal zu integrieren (nicht zu verwechseln mit einem Reading-Journal aus der Schulzeit) und mir eine Liste von Büchern zu erstellen, die ich in diesem Jahr unbedingt noch lesen will.

Diese Liste besteht nicht aus den neusten Bestsellern oder den krassesten Klassikern. Nein, ich habe mich mit meinem Vater vor das Bücherregal meiner Eltern gestellt und habe ihn gefragt, welche von den Büchern ich auf jeden Fall gelesen haben sollte. Daraus ist ein kleiner Bücherstapel aus sechs oder sieben Büchern geworden, vielleicht inspiriert die Liste ja auch euch. Das Bücherregal meiner Eltern hat mir jetzt auch mal wieder gezeigt, wie ähnlich unsere Interessen sind.

Bücher-Post

Außer den sechs Büchern sind noch „Die Blechtrommel“ von Günter Grass, „Die Tagebücher der Anne Frank“ und „Der Herr der Ringe“ von Tolkien auf der Liste. (Ja, ich habe den Herrn der Ringe noch nicht gelesen, mit 20. Verklagt mich doch!)

Anfangen will ich mit Memed mein Falke von Yaşar Kemal, der Geschichte eines Bauernjungen, der zum Räuber und Rächer wird und gegen die Diktatur eines Großgrundbesitzers ankämpft. Ich lasse mich auf jeden Fall überraschen von allen Büchern, die ich mir ausgeguckt habe und ich werde nachverfolgen, ob ich die Bücher alle noch in 2017 lese.

Wie sieht’s mit euch aus? Lest ihr viel und gerne oder würdet ihr gerne mehr lesen? Habt ihr Bücherempfehlungen für mich?

Bis denne,

Joanna

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2 Kommentare zu „Von der Leseratte zum Stapel der ungelesenen Bücher – Wie ich versuche, mehr zu lesen

  1. Hey Jojo! Also erstmal: ich mag deinen Blog und deinen Schreibstil 🙂
    Ich lese eigentlich ziemlich viel, aber mir fällt es in letzter Zeit auch schwerer, mich auf eine Geschichte wirklich einzulassen und abzutauchen wie das früher der Fall war…ich glaube das liegt an der ganzen Ablenkung durch youtube, instagram, whats app usw.
    Ich schlag ein Buch auf und ehe ich mich versehe hänge ich ein paar Sekunden später wieder am Handy.
    Von den Büchern auf deiner Liste habe ich nur Sophies Welt und Das Tagebuch der Anne Frank gelesen – vor allem letzteres ist echt ein Schatz!
    Liebe Grüße!
    vielleicht wird alles vielleichter

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    1. Ayayay, tut mir Leid, dass ich so lange gebraucht hab, um dir zu antworten! Erstmal danke für das nette Kompliment! Stimmt, das Handy und Laptop lenken schon sehr ab, aber komischerweise beim Lesen für die Uni weniger, vielleicht weil man denkt, dass man es ja machen muss… Naja, jedenfalls danke für die Empfehlung. Ich hab letztes Jahr für ein Seminar die Gesamtausgabe geholt und ich glaub, die ist immer noch in Folie verpackt, ich schäme mich so sehr. Am leichtesten fällt es mir tatsächlich im Zug zu lesen, weil ich da eh meistens Funkloch habe und keinen Sitzplatz, bei dem ich mein Laptop rausholen würde.

      Liebe Grüße,

      Joanna

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