Bücher rund um das für mich schönste Land der Welt – Teil 1

Klappentext:

Die ganze Welt in einem Friseursalon

„‚Mejdele, komm nach Hause‘, sagte sie zu mir, ‚die Toten kehren nicht zurück, auch wenn man auf sie wartet.'“

Im Laufe meines Studiums haben sich ein paar Bücher angesammelt, größtenteils Fachbücher, aber auch einiges an Belletristik, einfach zur reinen Unterhaltung.

Vorweggenommen: Alle Bücher habe ich selbst gekauft oder von Freunden oder Familienmitgliedern geschenkt bekommen. Es gab keine Kooperation mit einem der Verlage.

Das erste Buch, das ich heute vorstellen möchte ist „Ruhige Zeiten“ von Lizzie Doron. Es ist schon das zweite Buch, das ich von der israelischen Autorin, die seit einiger Zeit in Berlin lebt, gelesen habe. In „Ruhige Zeiten“ geht es um Lea. Lea ist Waisenkind, im Holocaust hat sie ihre Eltern verloren. Nach Ende des Krieges nahm ein Mann aus dem Kibbuz sie mit nach Israel. Dort lernt sie ihren Mann kennen, bekommt ein Kind mit ihm, doch das Glück ist nur von kurzer Dauer.

Leas Mann stirbt jung. Für Lea, die nicht gut lesen und schreiben kann, bedeutet der Tod den finanziellen Ruin. Unterstützt wird sie von ihrer Nachbarin und besten Freundin Rosa und von dem Friseur Sajtschik, dem sie ihr Herz schenkt und für den sie bald arbeitet.

Die Geschichte beginnt mit dem Tod Sajtschiks. Nach und nach erfährt der Leser in lose zusammenhängenden Rückblicken nicht nur die Geschichte von Lea, sondern auch die Geschichten derjenigen, die in Sajtschiks Friseursalon ein- und ausgehen. Es sind keine großen Heldentaten oder schaurige Schicksale. Das Buch lebt von der Mittelmäßigkeit und Alltäglichkeit seiner Charaktere.

Immer wieder verliert man sich in Leas Gedanken, in ihren Träumen und Wünschen. Man hasst die Frau ihres Sohnes und liebt Sajtschik. Der Leser verfolgt Leas Trauerphase, wie sie versucht alles zu bewältigen.

Jüdischer Humor ist etwas ganz eigenes und so bleiben die Lacher manchmal im Halse stecken. Alle Gefühle sind dabei vorhanden. Liebe, Freude, Trauer. Die Charaktere sind gut gezeichnet, wobei Doron bei jedem nur bestimmte Eigenschaften hervorhebt.

Ein radikal ehrlicher Schreibstil mit viel Zynismus und Sarkasmus gepaart, machen das Buch zu einem zeitlosen Werk, das nicht nur für Israelfreunde geeignet ist. Besonders spannend ist das Buch zwar nicht, aber es lebt von den Charakteren und den Geschichten der Charaktere.

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