Volker Kutscher – Der stumme Tod

*Rezension

Ich habe ja bereits von dem ersten Band der Reihe berichtet, heute dann jetzt der Zweite.

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Der zweite Band der Krimireihe rund um den Kölner Kommissar in Berlin, Gereon Rath, spielt im Jahr 1930, zur politischen Einordnung wird gleich zu Beginn der „Märtyrer-Tod“ des Nationalsozialisten Horst Wessel thematisiert.

Die Handlung

Während es im ersten Band häufig um die Unterwelt ging, um Leute, die im Verborgenen leben und die Strippen ziehen, ist der zweite Band genau das Gegenteil. Es geht um die Welt der Reichen und Schönen, der Schauspieler.

Dem Produzenten Heinrich Bellmann wird die Schauspielerin Betty Winter ermordet. Der Verdacht fällt schnell auf Hellmanns größten Konkurrenten Manfred Oppenberg, ebenfalls Produzent und schon in viele Rechtsstreits mit Bellmanns Firma verwickelt.

Recht schnell findet die Berliner Polizei heraus, dass Oppenberg einen Saboteur bei Bellmann eingeschleust hat, der Fall scheint geklärt.

Unterdessen bekommt Gereon Rath immer wieder Stress mit seinem Vorgesetzten Böhm und außerdem zwei private Aufträge. Den einen von einem führenden Politiker aus der alten Heimat, den anderen von seinem Bekannten Manfred Oppenberg. Die beiden haben sich bereits im ersten Band kennengelernt. Oppenbergs Geliebte, die Schauspielerin Vivien Franck ist verschwunden, Rath soll sie finden.

Wie schon im ersten Band, bewegt sich Rath oft am Rande, wenn nicht sogar abseits der Legalität, was ihm viel Stress und Streit mit Vorgesetzten einbringt. Es gibt Momente, in denen man dem Kommissar einfach gerne eine Ohrfeige verpassen würde, aber auch solche, in denen man ihn am liebsten in den Arm nehmen und trösten möchte.

Meine Meinung

Auch dieser Krimi ist wieder rasant, Langeweile kommt nie auf, jedes Wort wirkt perfekt platziert. Die politische Komponente ist in diesem Band deutlich subtiler ausgefallen als im ersten, was aber gar nicht schlimm ist. Die Geschichte ist spannend, zeigt die Filmbranche auf der Schwelle zwischen Stumm- und Tonfilm und beleuchtet nicht zuletzt wieder die Lebensumstände der Berliner in den späten 20er Jahren. Was etwas schade ist, ist dass der Leser schon relativ früh weiß, wer für was verantwortlich ist, aber es ist trotzdem spannend Gereon Rath bei der Suche beizustehen und man hat auch diese typischen Horrorfilmmomente à la „Nein, geh da nicht rein“ oder „Warum machst du es dem Verbrecher/der Verbrecherin so einfach?.

Charaktere

Die haben mir dieses Mal ehrlich gesagt weniger gefallen. Gereon Rath büßt viel Vertrauen und Sympathie meinerseits ein, er verhält sich oft wirklich schlecht und kommt trotzdem mit einem blauen Auge davon. Auch die Tatsache, dass Charlotte Ritter ihm zugetan ist wie eh und ja, ist mit Logik nicht zu erklären.

Ein Lichtblick ist ein Charakter aus Köln, ein alter Freund von Gereon. Er erzählt Geschichten, die die Familiendramen der Raths weiter beleuchten und möglicherweise wichtig für die nächsten Fälle sind. Bisher gibt es ja schon sechs Bücher.

Handlung: 5/5

Charaktere: 2/5

Spannung: 4/5

Schreibstil: 6/5

Der dritte Band wird auf jeden Fall nicht mehr lange warten müssen, bis er bei mir ist.

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