Die Geflüchteten-Situation in Griechenland & wie ein Fotovortrag viele Eindrücke bei mir hinterlassen hat:

Hallo ihr lieben, ich bin Hannah und werde auf diesem Blog hin und wieder ein Paar meiner Eindrücke, Erlebnisse und Gedanken beisteuern. Nun mein erster Beitrag 🙂

Und es geht auch schon direkt los mit einem super politischen Thema, das am Ende doch eine persönlichere und emotionalere Nachwirkung auf mich hatte als gedacht: die aktuelle Geflüchteten-Situation in Griechenland.

Sich jetzt noch viele Gedanken über die Lage in Griechenland zu machen, wird einem durch die Medien ja nicht gerade suggeriert. Mein oberflächliches Bild war zunächst noch: Naja das größte Geflüchteten-Lager in Idomeni wurde vor ca. einem Jahr geräumt und die Balkan Route gesperrt, dann hat man bis jetzt sicher irgend einen Weg gefunden die dort gestrandeten Personen unterzubringen. Schade nur, dass das nicht ganz wahr ist.

Durch die Amnesty Uni Gruppe in der ich bin, kam ich in Kontakt mit David Lohmüller. Ein sehr freundlicher Fotograf, der als freiwilliger Helfer schon seit 2016 regelmäßig nach Griechenland reist und danach in Deutschland über seine Erlebnisse aus erster Hand berichtet.
Weil wir uns in der Gruppe alle sehr dafür interessieren, was (unbeachtet von den meisten Medien) jetzt noch so in Griechenland los ist, haben wir David kurzerhand an unsere Uni eingeladen.

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Vor knapp einer Woche war es dann so weit und David hat einen eigentlich sehr einfach erzählten Fotovortrag über seine Zeit und das Miterleben der Situation vieler Geflüchteter gehalten. Vielleicht war gerade das gut daran, da die Erzählung eines Freundes manchmal mehr abbildet als Zahlen und Fakten die wir jeden Tag beiläufig in den Nachrichten hören.
Dieser Vortrag und die Bilder die David gemacht hat haben auf jeden Fall meine Gedanken für eine kurze Zeit völlig vom Alltags Quatsch unter dem Motto: “Was mach ich dieses Wochenende ? Wo ist die nächste Party? Oder: Ich muss ja noch so viel für die Uni tun.. “ weggeholt.
FIRST WORLD PROBLEMS !!
Für mich ist es sehr wichtig (immerhin zwischendurch) so einen Schock, analog zum Effekt einer Medizin, verabreicht zu bekommen, um wieder mitzukriegen was eigentlich los ist. Dann wird mir wieder bewusst, dass die Welt nicht an der Grenze Deutschlands endet. Und ich finde, dass ich meine sehr bequeme Lebenslage mehr wertschätzen muss. Ebenso wie ich mich mehr gegen schlimmere Missstände als meine noch nicht abgegebene Hausarbeit einsetzen möchte.

Nun einmal ein paar Infos für euch die bei mir einen starken Nachhall hinterlassen haben:
Über 50.000 Flüchtlinge sitzen zur Zeit noch in Griechenland fest. Dort können sie sich kaum wohlfühlen oder niederlassen, da die Unterbringung, Versorgung etc. auch nach einem Jahr Aufenthalt noch nicht wirklich gut geregelt ist (z.B. Minusgrade und gefrorenes Wasser im Winter). Daneben sind die Lager nicht für genug Menschen zugänglich, viele leben in Zelten oder alten Ruinen. Gleichzeitig können die Menschen nicht weiter reisen, weil die Grenzen dicht sind (und wenn, dann tun sie es mit Hilfe von Schleppern, wobei in vielen Fällen die Leute gefasst und brutal zurückgeschoben werden oder einfach so auf dem gefährlichen Weg umkommen).
Am schlimmsten wirkte auf mich die Ungewissheit der Menschen, wie es nun weitergehen soll und die Tatsache, dass die meisten Menschen auf der Flucht vor den schlimmen Umständen in ihrer Heimat nun wieder in einer ebenso traurigen Situation zwischen Not und Hoffnung gefangen bleiben. Und dies soll nur ein kurzer Einblick von dem sein was David uns noch viel eindringlicher und genauer geschildert hat.

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Und weil ich persönlich daran arbeiten will, neben guten Vorsätzen auch tatsächlich meine Einflussmöglichkeiten zu nutzen, habe ich ein paar konkrete Hilfsmöglichkeiten aufgeschrieben:

1. Es gibt die Möglichkeit für verschiedene tolle Projekte von David zu spenden:

(da ich David durch die Zusammenarbeit persönlich kennenlernen durfte bin ich auch froh zu wissen das jeder Euro tatsächlich ankommt wo er gebraucht wird)

• AKUT! Wir helfen obdachlosen Menschen mit Grundversorgung.
• Wir verteilen Kleidung und Schuhe in Flüchtlingslagern.
• Wir bauen Schulprojekte auf.
• Wir verteilen Bananen an geflüchtete Kinder.
• Wir verteilen Solarlampen an Menschen ohne Licht.
• Wir organisieren Spendenkonvois.

Auf Anfrage können wir die Angaben zum Spendenkonto an euch weiterleiten 🙂

2. Ich überlege mir gerade selbst in den Semesterferien (oder wenn es geht schon vorher) mit nach Griechenland zu fliegen, da im Moment viele freiwillige Helfer fehlen!
Falls euch das interessiert stelle ich gerne den Kontakt zu David her.

3. Nicht vergessen was passiert. .. die im Alltag wohl wichtigste Challenge für mich. Sich zwischendurch immer wieder zu informieren, weiterzuerzählen was passiert und zu gucken, wo noch Hilfe gebraucht wird.

Das sind zur Zeit so meine Gedanken zum Thema Deutschland, Europa und die Welt. Und darüber wie gut es mir geht.

Eure Hannah

(Bilder: David Lohmüller)

Wen es so interessiert wie mich der hat hier nochmal ein paar weitere Infos:

Website: davidlohmueller.com/blog/

Facebook: https://www.facebook.com/DLohmueller/?fref=ts

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