Serientipp: Fauda

Fauda ist eine Netflix-Produktion, die anders ist als die meisten. Fauda ist ein israelisches Format, das nicht die gängigen Klischees von Gut und Böse bedient, sondern mit spannenden und ambivalenten Charakteren daherkommt. Aber von vorn:

Fauda ist das arabische Wort für Chaos. Was? Arabisch? Ja, die Serie ist zwar israelisch, aber den Großteil der Zeit wird Arabisch gesprochen. Ich kann übrigens die Originalfassung mit Untertiteln (für die, die weder des hebräischen, noch des arabischen ausreichend mächtig sind) nur empfehlen. Man hört die Gefühle der Personen besser raus und der Gegensatz zwischen dem staccato-Hebräisch und dem fließenderen Arabisch, ist deutlich zu hören.

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Worum geht es denn jetzt genau? Israel ist vor allem für den Nahost-Konflikt bekannt, für den Konflikt zwischen Juden und Muslimen, Palästinensern und Israelis, der Hamas und der IDF.

Fauda ist nicht das, was ich mir unter einer israelischen Serie vorgestellt habe. Die Hauptfigur „Doron“ ist… nicht der sympathischste, als er bei einer Hochzeit im palästinensischen Ramallah den Bräutigam erschießt, hat man großes Mitleid mit der Familie, auch wenn man bereits vorher erfahren hat, worum es geht.

Der Bräutigam stammt aus der Familie des Terroristen „Abu Ahmad“, den Doron vermeintlich erschossen hat, doch dieser zweifelt daran, dass der „Panther“, wie Abu-Ahmad genannt wird, wirklich tot ist.

Doron hat vor Abu Ahmads Tod für eine Spezialtruppe zur Terrorbekämpfung gearbeitet, diese Beschäftigung aber an den Nagel gehängt. Doch, wie das bei solchen Leuten so ist, kann er nicht ganz loslassen und so kommt er wieder zu seiner alten Einheit.

Der Plot ist das Katz- und Maus-Spiel zwischen Abu Ahmad und Doron. Klingt nicht sonderlich spannend, ist es aber. Schon die ersten zehn Minuten der ersten Folge haben mich komplett in den Bann gezogen. Frauen gibt es in der Serie zwar recht wenige, doch spielt eine von ihnen, die Ärztin Shirin, eine entscheidende Rolle.

Das Ende der ersten Staffel kommt plötzlich und unerwartet, bis zum Schluss ist Spannung in der Handlung, obwohl der vermeintliche Höhepunkt schon stattgefunden hat.

Was die Serie ausmacht, ist dass die Hamas-Kämpfer nicht als Barbaren gezeigt werden, sondern als echte Menschen, mit Familien, Gefühlen und Charakter. Genauso werden die Israelis nicht als „die Guten“ dargestellt. In dem Kampf geht es nicht mehr um gut und böse, es geht um Rache und manchmal hat man das Gefühl, dass es nur ums Töten geht.

Intrigen, politische Wirrungen, Irrtümer und Familiendramen runden das ganze zu einer wunderbaren Action-Serie ab, die ihrem amerikanischen Vorbild „Homeland“ – das auf der israelischen Serie „Hatufim“ aufbaut – in keinster Weise nachsteht.

Die Serie ist fiktiv, das sollte nie vergessen werden, auch wenn sie auf realen Erfahrungen beruht.

Viel zu kritisieren hatte ich nicht, wenngleich mir die Frauenquote ein bisschen sehr niedrig war und bis auf besagte Shirin die Charaktere recht flach gezeichnet waren (insbesondere Gali, Dorons Frau, und Nurit, die einzige Frau in Dorons Einheit).

Die Serie umfasst bisher eine Staffel mit 13 Folgen, die zwischen 30 und 40 Minuten dauern.

Fazit

Ich bin froh, dass es eine zweite Staffel geben wird und werde die wahrscheinlich sofort durchsuchten, wenn sie dann endlich da ist. Besonders „Doron“ (Lior Raz) macht seine Sache sehr gut. Raz war selbst maßgeblich an der Entstehung der Serie beteiligt und greift zusammen mit Co-Autor Avi Issacharoff seine Erfahrungen aus der Zeit bei der IDF auf.

Man kann die Serie „mal eben zwischendurch“ gucken, dann ist es eine gute Action-Serie. Aber man kann sie auch auf einem höheren Level schauen und versuchen, eine Moral zu ziehen, eine Botschaft zu erkennen. Wie diese aussieht, bleibt jedem selbst überlassen. Ich kann die Serie jedenfalls nur empfehlen! Bisher nur auf Netflix zu sehen, aber hoffentlich kommt die Serie bald mal auf ZDF_neo oder so!

Spaß:              –
Action:           ****
Spannung:    ****
Gefühle:        ***

Wöchentliches Update *räusper* No. 4 – Entschuldigungen, Uni-Alltag und Enttäuschungen

Hallo ihr Lieben. Falls denn noch irgendjemand mitliest.

In den letzten Wochen war es recht still um mich und dafür entschuldige ich mich jetzt schon mal ganz herzlich. Ich hoffe, in den nächsten Wochen mal wieder öfter zum Bloggen zu kommen. Und wenn nicht, dann wird halt aus dem wöchentlichen Update ein monatliches. So spannend ist mein Leben immerhin (bisher) auch noch nicht.

Was ist bei mir so passiert? Erstmal habe ich mit meinen Eltern zusammen Ostern gefeiert und wir hatten ein paar schöne Tage zusammen. Dann ging die Uni wieder los und zwar direkt mit voller Wucht, keine Eingewöhnungszeit, nein, sofort die erste Woche war vollgepackt. Naja, was für mich zur Zeit so vollgepackt heißt. Jeden Tag um 14:30 Uni ist für die meisten wohl nicht vollgepackt. Aber neben Bewerbungen, Bachelor-Arbeit und noch einer letzten Hausarbeit, ist das doch recht viel.

In der zweiten Uni-Woche wollte ich mich dann für meinen Master bewerben. Die größte Enttäuschung der letzten Wochen. Der Master-Studiengang, den ich machen wollte, wird in diesem Semester nicht angeboten. Ob er generell weitergeführt wird, steht in den Sternen. Schade eigentlich. Es hätte so einfach sein können. Ich bewerbe mich, werde angenommen, weil ja kein NC drauf ist, und suche mir dann eine Wohnung in Berlin, aber nein… So einfach geht es natürlich nicht.

Die nächste Enttäuschung war dann die Reparatur meines Fahrrads, das ich von einer Kommilitonin geschenkt bekommen habe. Jetzt ist der Reifen vernünftig, aber es fährt immer noch nicht, weil die Kette irgendwo blockiert wird… Zu schade.

Die Geburtstagsparty meines Vaters hat aber ganz schön viel wieder wettgemacht. Mein Freund und ich senkten den Altersdurchschnitt zwar massiv, aber die Musik war gut und bis drei Uhr morgens oder so haben wir getanzt. Und das Essen war super. Als Highlight gab es Pulled Pork, was göttlich war und als vorläufiges Ende meines Omnivoren-Daseins wirklich nochmal richtig lecker geschmeckt hat.

Seit die Reste verputzt sind, esse ich kein Fleisch mehr, so habe ich es mir zumindest vorgenommen. Diese Woche werden dann auch ein paar Rezepte aus dem vegetarischen Kochbuch gekocht, das Mama mir zum Auszug geschenkt hat. Wenn es gelingt UND gut aussieht, gibt es dazu vielleicht auch noch einen eigenen Post.

War sonst noch was? Hmm, meine Bastille-Platte ist angekommen, im Gegensatz zu der von Stick to your guns, die dümpelt wahrscheinlich noch irgendwo rum. Gestern habe ich mir dann im Asos-Marketplace ein Kleid bestellt, das hoffentlich im Laufe der Woche ankommt und passt. Wenn es passt, dann bekommt ihr vielleicht auch ein Foto zu sehen.

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Ich weiß, dass das nicht die neuste ist, aber sie ist so unfassbar gut. Ich konnte sie einfach nicht nicht kaufen!

Ach ja. Meine Mama hat Karten für das Robbie-Williams-Konzert in Düsseldorf gewonnen und nimmt mich mit! AH! Ich freu mich total darauf.

Ziele, die ich erreicht habe:

  • Die erste Woche ohne Fleisch ist geschafft. Und es war leichter als erwartet, eine Pizza ohne Fleisch zu nehmen und stattdessen nur mit Gemüse. Check!
  • Wieder regelmäßiger Unterhaltungsliteratur lesen. Nicht viel, aber dafür regelmäßig, habe ich immer mal wieder ein paar Seiten in dem ersten Buch auf meiner Reading List für 2017 gelesen.
  • Die Interrail-Reise mit meinem Freund weiter planen. Ich hab zumindest schonmal ein paar Unterkünfte rausgesucht und Museen, die wir uns unbedingt ansehen müssen.
  • Nach alternativen Master-Studiengängen gesucht. Nachdem der Studiengang in Berlin ja nicht angeboten wird, muss ich mich anderweitig umsehen. Zur Auswahl stehen derzeit die Uni Potsdam, die Uni Heidelberg und eine private Uni in Berlin.

Was war bei euch so los und was steht für die nächsten Tage auf dem Programm? Bei mir größtenteils Uni-Krams und hoffentlich ein bisschen Frühsommer draußen, sodass ich wieder draußen lernen und lesen kann.

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Beim Semester-Einklangsgrillen der Philo-Fachschaft war sogar ganz gutes Wetter. Ich hab zwar hinterher ziemlich angefangen zu frieren, aber schön war es trotzdem ❤

Liebe Grüße,

Joanna

PS: Die Bilder sind mit der Handkamera aufgenommen, weil ich die gute meinem Vater dagelassen hab für seine Reise nach Rom, bitte seht mir also die schlechte Qualität nach. ❤

Vinyl-Sammlung

Manche kaufen sich Schuhe, Taschen oder – wie meine Mitbewohnerin – Nagellack in Massen oder geben viel Geld für Make-Up und neue Marken-Klamotten und den obligatorischen Karamellfrappuccino Venti bei Starbucks aus. So bin ich nie. Also. Selten. Vielleicht manchmal. Manchmal öfter. Häufiger mal. Okay, ich geb’s zu. Ich gebe auch schon sehr viel Geld für Klamotten aus, dafür, dass ich kaum selbst welches verdiene – sponsored by Daddy!

Wofür aber mein meistes Geld in den letzten Monaten und vielleicht sogar Jahren draufgegangen ist, ist Musik. Dazu zähle ich alles. CDs, Konzerte, Festivals, T-Shirts. Der Musik wegen habe ich ziemlich viel Geld ausgegeben, aber ich muss sagen, es lohnt sich wirklich absolut.

Zum 18. Geburtstag und Abitur habe ich von meinen Eltern eine super moderne Anlage mit Airplay und allen möglichen kleinen Spielereien bekommen. Passte sich ganz gut, weil ich auch ein iPhone bekommen hatte. Und jetzt kommt das allertollste. Ein Plattenspieler war auch noch mit dabei, mit zwei Platten erstmal zum Starten.

Für mein, wie bereits gesagt begrenztes, Budget und die recht kurze Zeit, in der ich jetzt Platten sammle, habe ich schon recht viele zusammen. Und das geht wirklich querbeet, weil mittlerweile jeder wieder seine Sachen auch auf Vinyl rausbringt.

Meine neueste Bestellung wollte ich mal zum Anlass nehmen, euch meine Plattensammlung ein bisschen vorzustellen. Wer weiß, vielleicht ist ja für den ein oder anderen was dabei!

LPs 1

Von links nach rechts: Lana Del Rey – Honeymoon, Arctic Monkeys – AM, Kraftklub – In Schwarz

LPs 2

Von links nach rechts: Taylor Swift – 1989, KIZ – Hurra, die Welt geht unter, AnnenMayKantereit – Alles nix konkretes

LPs 3

Von links nach rechts: Madsen – Kompass, Twentyone Pilots – Vessel, You Me At Six – Night People

Was sind eure Lieblingsalben, welche sollte ich mir noch unbedingt zulegen? Schönes Wochenende euch dann und bis nächste Woche!

Bis dann,

Joanna

Weekly Update No. 3 – ACC, BVB und DB

First things first

Ich war krank. Deshalb gibt es erst jetzt ein Update, aber gut, vielleicht streichen wir das -ly aus dem Titel und dann passt es wieder.

Während ich mich mit Medikamenten zugepumpt habe, sind mir aber sich ein paar Ideen für Blogposts gekommen, die ich auch bestimmt bald umsetzen werde. Ihr könnt euch auf folgendes freuen: Hannah wird sich anhand von 13 Fragen, die ich ihr gestellt habe vorstellen und sie beantworten, ich werde euch einen Einblick in meinen Musikgeschmack gewähren und ich werde euch meine fertige Route für die Interrail Reise mit meinem Freund zeigen. Vielleicht schaffe ich es auch, ein bisschen über Osterbräuche bei uns auf dem Land zu berichten. Oh yes. Das nenne ich mal Programm.

Der ewige Zweite

Naja, Platz zwei in der Tabelle zu erreichen wird für den BVB in dieser Saison wohl ein Wunschtraum bleiben, außer bei RB Leipzig und der TSG 1899 Hoffenheim passiert irgendetwas gravierendes, dass alle drei Torwarte ausfallen oder die Hälfte des Kaders krank ist (wünsch ich natürlich niemandem, auch wenn sich Timo Werner gerne mal an einem Energydrink verschlucken darf). Die bisherige Saison hat mein Bild von Fußball irgendwie ziemlich in Mitleidenschaft gezogen. Überall steht Kommerz an erster Stelle und, egal ob das vorher schon so war, ein Verein wie RB Leipzig ist eine Bedrohung für 50+1. Erst Sonntag lief nach der Bundesliga eine Talkende zu dem Thema, unter anderem zu Gast war Martin Kind, der dafür bekannt ist, dass er 50+1 abschaffen will.

Für alle, die keine Ahnung von Fußball und der Bundesliga haben. 50+1 heißt, dass weniger als die Hälfte der Stimmberechtigten eines Vereins von Investoren und Kapitalanlegern gestellt werden dürfen. Der Verein hat also mehr Macht als sein Sponsor. Einige Geschäftsführer und Manager, unter anderem eben besagter Martin Kind, finden die Regel überholt und wollen sie abschaffen.

In England gibt es diese Regel nicht mehr und so haben ausländische Anleger viele der Vereine unter Kontrolle und scheißen, auf gut deutsch gesagt, auf die Fans. Trikot- und Ticketpreise werden erhöht und man nimmt in Kauf, dass keine Stimmung mehr in den Stadien ist. Es geht nur um Profit. Mit dem Fußball, wie ich ihn verstehe, hat das nicht mehr viel zu tun.

Tut mir Leid an alle, die sich durch diesen Abschnitt gequält haben, aber mich berührt das Thema sehr. Ich weiß, dass es ohne Geld nicht geht, aber die Frage ist, ob der Sport nicht wirklich massiv darunter leidet und kleinere Vereine nach und nach den Bach runtergehen werden.

Jedenfalls, der mein geliebter BVB hat gegen die Bayern verloren. Verdient. 4:1. Ich trauere noch, aber heute steht schon das nächste Spiel gegen den AS Monaco an. Da muss ein Sieg her. Echte Liebe! You’ll Never Walk Alone!

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Das (für mich) schönste Stadion der Welt von der Südtribüne aus

Abgehängt – zum Schluss

Düsseldorf ist ja wirklich eine schöne Stadt, aber auf meinem Weg zu den Eltern komme ich nicht umhin, auch durch weniger schöne Städte zu fahren. Nehme ich den RE 1, durchquere ich einmal das gesamte Ruhrgebiet mit den Prachtbahnhöfen Mülheim an der Ruhr oder Bochum-Wattenscheid. Nehme ich den RE 4, muss ich durch Wuppertal. Durch ganz Wuppertal. Von Vohwinkel bis Oberbarmen nehmen wir alles mit und danach kommen dann wunderschöne Orte wie Schwelm oder Ennepetal-Gevelsberg und zur Krönung noch Witten. WITTEN! Wer schonmal da war, weiß… Da braucht man gar nicht rauszugucken.

Jedenfalls fahre ich des Öfteren durch Wuppertal, weil es für mich eine Zeitersparnis von einer halben Stunde auf den gesamten Weg bedeutet. Um Ostern rum… hat jetzt aber die Deutsche Bahn beschlossen… Wuppertal einfach mal von der kompletten Welt abzukapseln. Es fährt nur noch Schienenersatzverkehr und die halbe Stunde ist für mich definitiv weg, wenn ich zu meinen Eltern fahre. Noch viel besser ist aber, dass auch vorher niemand wirklich gut zum Bahnhof in Wuppertal kam. Autos hatten keine Möglichkeit irgendwie in einen Bereich von gefühlt einem Kilometer um den Bahnhof herum, zu parken und Leute abzuladen. Wie ältere Menschen das machen, ist mir ein Rätsel.

Da nehm ich am Wochenende doch lieber den RE 1.

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Zugegebenermaßen recht schöner Ausblick aus dem RE 1 auf der Fahrt von Dortmund nach Düsseldorf

Chag Sameach

All meinen jüdischen Freunden wünsche ich jetzt noch ein wunderschönes Pessach-Fest, mögen euch die Matzen nicht am Ende zum Hals raushängen. Meinen christlichen Freunden ein schönes Osterfest und viel Glück bei der Eiersuche!

Bis dann,

Joanna

 

Von der Leseratte zum Stapel der ungelesenen Bücher – Wie ich versuche, mehr zu lesen

Das hier wird ein knallharter und ernster Post. Spaß beiseite. Es geht um ein Thema, das mir wirklich sehr am Herzen liegt und das sind Bücher. Aber mal von Anfang an. Ich hatte mal zwei Freundinnen, die wahrscheinlich in ihrem Leben drei oder vier Bücher außerhalb der Schule gelesen haben. Das konnte ich ja gar nicht verstehen. Jede freie Minute habe ich als Kind mit Lesen verbracht. Die Harry Potter Reihe und Twilight habe ich in wenigen Tagen nur so verschlungen. Doch irgendwann ist tatsächlich was dazwischen gekommen. Ein kleines Etwas namens „Wissenschaftliche Literatur“. *kotzwürg*

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Wissenschaftliche Literatur oder auch Sachliteratur im Allgemeinen zeichnet sich ja vor allem durch eines aus, einen hohen Informationsgehalt. Und der ist meistens nicht in Romanform verpackt sondern in langweilige und sprachlich vertrackte Essays. Es gibt auch spannende wissenschaftliche Literatur, aber besonders wenn es wirklich tief in die Materie geht und dann am besten noch auf Englisch ist, braucht man auch mal zehn Minuten für eine läppische Seite. Dass danach keiner mehr große Lust hat, seine Augen noch weiter mit Buchstaben zu quälen, ist auch irgendwie nachvollziehbar.

Aber was macht man denn als Alternative? Serien auf Netflix gucken oder auf Facebook rumsurfen und sich Videos von leckeren Rezepten anschauen, die man eh nie kochen wird. Die Augen werden dabei genauso beansprucht, daran kann es also schonmal nicht liegen.

Ich weiß noch, dass ich damals absolutes Unverständnis für meine Freundinnen aufgebracht habe und jetzt? Jetzt bin ich genauso. Hänge lieber am Laptop, lese nichtmal mehr irgendwelche Fanfictions auf Wattpad. Wenn es hochkommt, lese ich mal ein paar Blog-Einträge am Tag, aber außer für Hausarbeiten lese ich nicht mehr viel.

Ich glaube, dass Lesen für mein Gehirn mittlerweile sehr viel mit Stress und Arbeit verbunden ist. Selbst wenn ich es mir vornehme zu lesen, fängt mein Gehirn an, mir zu sagen, dass das viel zu anstrengend ist, auch wenn es nur Belletristik ist und Trivialliteratur wie Harry Potter oder Percy Jackson, was ja jetzt beides nicht die komplizierteste Sprache hat und in der kleinsten Serifenschrift geschrieben ist.

Nachdem ich ja vor ein paar Wochen mit meinem Bullet-Journal angefangen habe, hat die liebe Carolin mich dazu gebracht, vielleicht tatsächlich mal ein Book-Journal zu integrieren (nicht zu verwechseln mit einem Reading-Journal aus der Schulzeit) und mir eine Liste von Büchern zu erstellen, die ich in diesem Jahr unbedingt noch lesen will.

Diese Liste besteht nicht aus den neusten Bestsellern oder den krassesten Klassikern. Nein, ich habe mich mit meinem Vater vor das Bücherregal meiner Eltern gestellt und habe ihn gefragt, welche von den Büchern ich auf jeden Fall gelesen haben sollte. Daraus ist ein kleiner Bücherstapel aus sechs oder sieben Büchern geworden, vielleicht inspiriert die Liste ja auch euch. Das Bücherregal meiner Eltern hat mir jetzt auch mal wieder gezeigt, wie ähnlich unsere Interessen sind.

Bücher-Post

Außer den sechs Büchern sind noch „Die Blechtrommel“ von Günter Grass, „Die Tagebücher der Anne Frank“ und „Der Herr der Ringe“ von Tolkien auf der Liste. (Ja, ich habe den Herrn der Ringe noch nicht gelesen, mit 20. Verklagt mich doch!)

Anfangen will ich mit Memed mein Falke von Yaşar Kemal, der Geschichte eines Bauernjungen, der zum Räuber und Rächer wird und gegen die Diktatur eines Großgrundbesitzers ankämpft. Ich lasse mich auf jeden Fall überraschen von allen Büchern, die ich mir ausgeguckt habe und ich werde nachverfolgen, ob ich die Bücher alle noch in 2017 lese.

Wie sieht’s mit euch aus? Lest ihr viel und gerne oder würdet ihr gerne mehr lesen? Habt ihr Bücherempfehlungen für mich?

Bis denne,

Joanna

10 Titel, die auf jede Playlist für 3-Uhr-nachts-Posts gehören

Okay, ich geb’s zu. Wir haben halb zwei und mir ist gaaaanz dezent langweilig und ich kann nicht schlafen, weil ich zu faul bin aufs Klo zu gehen, aber zu dringend muss, um zu schlafen. Naja, hier also eine Liste von 10 Songs, die bei mir rauf und runter laufen und vielleicht auch ein bisschen inspirierend sind für den ein oder anderen.

  1. You Me At Six – Take on the world
  2. Thirty Seconds to Mars – This is war
  3. Foo Fighters – Pretender
  4. Max Herre – Fremde
  5. Heisskalt – So leicht
  6. Joy Denalane – Himmel berühren
  7. Die Toten Hosen – Paradies
  8. Clueso – Wenn du sie liebst

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  1. Taylor Swift – Out of the woods
  2. Thees Uhlmann – Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf

So, ich hoffe die Titel gefallen euch und ich werde jetzt mal versuchen zu schlafen.

Ach ja, Hannah stelle ich euch nicht wie geplant diese Woche, sondern nächste Woche vor, aber ich kann nur sagen, das Warten lohnt sich!

Bis denne,

Joanna

Weekly Update No. 2 – Über Nächte im Museum, Wasabi und Abgabefristen

Jetzt sitze ich hier, futter Chips, trinke Fanta (das Zeug macht süchtig; haltet euch von Fanta-Fans fern, manche trinken auch mal 2 Liter an einem Abend) und überlege, wie ich das dieswöchige Update gestalten kann. Nebenher läuft der Podcast Herrengedeck und ich höre den beiden (Wal-)Berlinerinnen dabei zu, wie sie über Gott und die Welt reden und nebenbei ein Herrengedeck trinken.

Nachts im Museum mit Ben Stiller war ja im ersten Teil ganz witzig, danach war es dann aber auch gut. NICHT JEDER FILM BRAUCHT EINE FORTSETZUNG, LEUTE! In meiner Lieblingsstadt am Rhein war am Wochenende Nacht der Museen. Ganz ohne Nachtwächter und ohne Dinge, die zum Leben erwachen (obwohl einiges ein bisschen so aussah). Die Nacht der Museen findet jährlich statt, gibt es in vielen Städten und soll Werbung für Museen machen. Der Museumstag in der Schule war ja meistens eher… semi-beliebt. Außer man fährt in so ein cooles Freilichtmuseum (Danke dafür, Herr C.!) wie wir damals. Aber eigentlich sind Museen wirklich nicht so spannend, zumal sie meistens auch recht teuer sind und man mit halbem Gehirn noch bei der nicht gewaschenen Wäsche zuhause ist und sich wie ein Tourist fühlt, der irgendwie auch gar nicht so richtig da hin passt. Der Otto-Normalverbraucher-Student ist eher mit Binge-Watching und Hausarbeiten beschäftigt, als ins Museum zu gehen. Genau für solche Leute (also mich) gibt es die Nacht der Museen. Über 40 Museen für 14€ besuchen. Und das von 19 bis 2 Uhr. Eigentlich wirklich ziemlich geil.

Düsseldorf hat auch genug Museen, um den Abend zu verbringen. Angefangen habe ich mit Pixar-Kurzfilmen und geendet hat die Nacht dann im Boui Boui Bilk. Da waren Sachen ausgestellt von Hobbykünstlern und anderen coolen Leuten. Ein bisschen Hipster, aber Industriehallen haben einfach immer ihren Charme. ANGEBLICH soll diese mega coole Location bald Wohnungen weichen, für viele eine absolute Katastrophe.

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Ausstellungsstücke im Boui Boui Bilk zur Nacht der Museen. Credits gehen an meine Freunde, die die Bilder lieberweise zur Verfügung gestellt haben. Danke dafür!

Was war sonst noch?

Vor der Nacht der Museen war ich Frozen Yoghurt essen. Das allererste mal in meinem Leben, und es war absolut geil. Perks of being a Landei, man lernt in der Stadt immer neue Sachen kennen. Das war auf jeden Fall super für den schön sonnigen Tag.

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Ich hab Podcasts für mich entdeckt. Klar hab ich vorher schonmal welche gehört, aber die liebe Ana hat mir die Augen, oder viel mehr die Ohren geöffnet und jetzt sitze ich am Schreibtisch, um halb eins in der Nacht und höre einen Podcast, während ich hier meinen Blogpost schreibe.

Anas Empfehlungen könnt ihr auf ihrem Blog nachlesen, ich würde lieber einen anderen Podcast kurz vorstellen. Womit wir bei dem zweiten Tag der Überschrift wären, WASABI, oh yes. Unfassbar geiles und scharfes grünes Zeug, schmeckt ein bisschen wie in der gleichen Fukushima-Fabrik gefertigt wie Center-Shocks, besonders wenn es aus dem ALDI-Asia-Wochen-für-unter-30ct-Regal kommt und möglicherweise noch bis zur Zombie-Apokalypse überleben wird. Jedenfalls… Darum geht es nicht. Es geht um eine Musikjournalistin, die sich Jule Wasabi nennt, richtiger Name unbekannt. Sie ist nicht grün und hört auch keinen K-Pop oder sowas. Ne, sie unterhält sich mit dem Hiphop- und Rap-Kenner Falk Schacht über Rap – Deutschrap, Gemüsewrap, Battlerap. Einmal pro Woche und das seit Januar. Es geht um aktuelle Alben, gute und schlechte, Skurriles aus der Welt der Musik, Theorie, Geschichte und einfach ganz viel Unterhaltung. Witzig gemacht und perfekt für eine langweilige Bahnfahrt. Schacht und Wasabi! Unbedingt anhören!

Während ich das hier schreibe, steht neben mir ein Fahrrad, auf Sattel und Lenker und mit einem kaputten Reifen. Es steht da seit… Oktober, wo der Hausmeister meinte, alle Fahrräder aus dem Fahrradkeller zu werfen, die kaputt sind. Zwei Tage vor meinem Urlaub damals. Richtig geil. Steht das Ding also in meinem Zimmer und wartet nur darauf, dass ich es endlich wieder auf Vordermann bringe. Vielleicht… im April. Ja, doch, im April versuche es mal hinzubekommen.

Genau wie meine Hausarbeit. Upps. Schon wieder geschludert. Aaaaber, ich hab heute immerhin 1000 Wörter oder so geschrieben *props an mich*, ganz guter Schnitt dafür, dass ich immer noch kein Thema habe. Und fuck! Ich hab tatsächlich zwei ziemlich wichtige Wischs verloren oder was auch immer, und die brauche ich für meine Bewerbung an der FU Berlin, die ich bis spätestens Ende Mai fertig haben muss. Oh mein Gott, das ist so peinlich. Eigentlich wollte ich bis zum Bewerbungsanfang am 15. April fertig sein mit allem. Das wird schwierig, zumal das auch das Osterwochenende ist, wenn ich das richtig sehe.

Ist euch sowas schonmal passiert, dass ihr sowas verlegt habt und dann beim Dozenten oder Professor anfragen musstet, ob er euch das nochmal ausstellt? Sowieso der größte Witz, dass wir das immer noch analog haben. Andere Unis lachen uns aus, weil wir immer noch mit Zetteln arbeiten. Aber gut. Muss ich mit leben.

Ich hab irgendwie ein bisschen Schiss vor allem, was so vor mir liegt. Bachelor, Master, Berlin, Leben, Arbeiten… Ach Gottchen, dem widme ich vielleicht auch nochmal einen Post.

Danke auf jeden Fall für’s Lesen und genießt die längeren Tage und die Sonnenstrahlen, die über Schland stehen und die Haut von Gingerheads ihrer Haarfarbe angleichen!

Donnerstag kommt dann auch mal die Vorstellung der lieben Hannah. Wir wissen noch nicht genau, wie das laufen wird, aber wir hoffen mal, dass unser kleiner aber feiner Plan sich ein bisschen gut in die Tat umsetzen lässt.

Bis denne,

Joanna